ICH-Zeit

ICH-Zeit

In meinem heutigen Artikel geht es um die Zeit. Darum, wie wir sie nutzen oder vollpacken oder auch verschwenden. Und auch darum, wie wir es immer wieder schaffen uns mit allen möglichen Dingen vom Wesentlichen abzulenken. Und es geht um Zeitdiebe und Momo und um ICH-Zeit. 

Geht Dir das auch manchmal so? Du musst etwas Wichtiges erledigen, zum Beispiel die Steuerklärung machen oder an einem Konzept weiterarbeiten oder aber der Schreibtisch müsste dringend mal wieder aufgeräumt werden und alle sich darauf befindenden Unterlagen müssten sortiert und abgeheftet werden oder……Ach, Du weißt schon was ich meine. Was tust Du um dich abzulenken?

Ich putze in solchen Momenten die Küche, mähe den Rasen oder reinige den Kühlschrank von innen, gehe richtig lange mit dem Hund spazieren oder backe sogar einen Kuchen. Kuchen backen oder Kochen finde ich dann so richtig wichtig. So als würde es sonst nie etwas zu essen geben bei uns. Ich beschäftige mich häufig mit Dingen die augenscheinlich im Moment viel Wichtiger sind. Letzten habe ich sogar bei all meinen Orchideen die Blätter geputzt. So sauber waren die wohl schon lange nicht mehr.

Aber warum ist das so?

Mir fehlt es manchmal an der richtigen Motivation, oder eher an dem Gefühl motiviert zu sein. In diesem Moment muss ich kurz innehalte und mich auf das, was wirklich, wirklich Wichtig ist fokussieren. Hier hilft es mir, wenn ich mir bewusst mache, dass die eigentliche Tätigkeit die ich vermeide eine Bedeutung hat. Eine Bedeutung für mich persönlich, für meine unternehmerische Tätigkeit oder aber für meine Familie. Wir hängen ja alle im selben System zusammen. Und wenn ich es mal wieder nicht zeitnah schaffe meine Daten für die Steuererklärung zu liefern hat das auch Konsequenzen. Es bleibt mir also nichts anderes übrig als immer wieder eine Entscheidung zu treffen. Für das Eine und gegen das Andere. Am liebsten schnappe ich mir dann unsere Dackeldame Greta und gehe mit ihr spazieren. Das hat mehrere Vorteile. 1)Frische Luft, die macht einen klaren Kopf. 2) Ich kann während des Spaziergangs Abstand von allen Tätigkeiten gewinnen und mich sammeln. 3) Der Hund ist auch gleich beschäftigt und zerrt nicht ständig am Hosenbein.

Es gibt aber noch weitere Zeit Aspekte die mich immer mal wieder beschäftigen.

Häufig werde ich zu Veranstaltungen oder anderen Treffen eingeladen. Dort soll es dann angeblich unglaublich spannende und hilfreiche Informationen zum Thema XY geben, oder jemand ganz Bekanntes hält einen Vortrag. Und es wäre mega wichtig die Person zu sehen und von dessen Wissen zu profitieren. Dann muss ich mich überprüfen. Will ich wirklich Zeit investieren? Was kommt dabei für mich raus? Oder aber auch, was kann ich geben? Kann bei diesem Treffen jemand von mir profitieren? Mit diesen Fragen kann ich mittlerweile ganz gut abschätzen, ob eine Veranstaltung oder Treffen sinnvoll und auch zielführend ist. So konnte ich schon, zu meinem eigenen Wohlbefinden erfolgreich Zeit mir selbst verbringen. Wenn ich pro Tag nur 24 Stunden habe, wie wir alle übrigens, dann sollte ich diese doch sinnvoll nutzen, oder? Zu diesem Thema biete ich immer wieder Seminare an: 24 wert(e)volle Stunden

In diesen 24 Stunden geht es unter anderem um die Reflexion der eigenen Werte. Darum, wie wertvoll es ist, Zeit mit sich selbst zu verbringen, achtsam zu sein und auch auf Zeitdiebe zu achten. Kennst du Zeitdiebe? Kannst du dich an die Geschichte von Momo erinnern? Momo und die grauen Herren?

Ich habe immer noch einige Sätze vor meinem geistigen Auge.

Es gibt ein großes und doch alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunden wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. (Quelle: Michael Ende, Momo, S. 61)

Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen. Genauso empfinde ich es auch. Und somit fällt es mir auch immer wieder leicht, mich auf die Tätigkeiten zu konzentrieren die ich nicht so gerne tue. Denn irgendwann müssen diese ja sowieso erledigt werden. Und erst dann kann ich mir mehr Zeit für alles andere nehmen, um mein Herz mit Leben zu füllen. Genügend Zeit für mich zu haben um kreativ zu sein, Artikel zu schreiben, zu lesen, zu meditieren oder einfach nur mal in Ruhe ein- und auszuatmen. Zeit mit meiner Familie zu verbringen und mit den Menschen die wertvoll sind in meinem Leben.

Mein Lieblingszitat hierzu kommt von Hermann Scherer: „Zeit hat man nicht, die nimmt man sich für das, was einem wichtig ist!“

Hast du in deinem Kalender auch ein Zeitfenster für DICH eingeplant? Zeit die DU mit DIR verbringst? Ich ja. Aber das musste ich lernen. Heute findet sich in meinem Kalender regelmäßig eine ICH-Zeit. Ich nehme mir dann nichts weiter vor und schaue was sich so ergibt. Manchmal gehe ich in ein Café und beobachte Menschen oder lese ein Buch oder schaue aus dem Fenster oder….. Am liebsten mag ich es, wenn es ganz still ist und meine Gedanken einfach so kommen und gehen können. Jetzt ist so ein Moment. Es ist noch ganz still um mich herum. Und ich genieße das so sehr. Jetzt habe ich Zeit für mich! Wundervoll!

Viel Freude bei Deiner ICH-Zeit!

Über Madeleine (Autorin)

2 Kommentare

  1. Antworten

    Susanne Kumm

    / 22. Juni 2015 at 08:11:am

    Liebe Madeleine,
    vielen Dank für deinen wunderbaren Artikel! Ich kann mich der ICH-Zeit anschließen. Jeden Mittag – 15 Minuten vor meiner Ess-und-Hundespazier-Zeit – starte ich bei youtube meine Lieblingsmeditation. Diese 15 Minuten sind ein Geschenk. An mich. Ich lasse den Vormittag hinter mir. Freue mich auf meine Pause und Zeit für meine Lucy. Der Nachmittag beginnt dann wieder frisch und gestärkt.
    Das ist übrigens das Video: https://www.youtube.com/watch?v=8v45WSuAeYI
    Ganz herzliche Grüße schickt dir,
    deine Susanne

    • Antworten

      Madeleine Höner

      / 22. Juni 2015 at 10:21:am

      Liebe Susanne. Es freut mich, dass du schon deine ICH -Zeit etabliert hast. Es ist doch auch ein großartiges Gefühl erfrischt wieder weiter zu arbeiten 🙂

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